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[10] Der erste Storch
Lang ist's her
Auf fast jedem Bauernhof, auf jedem Kirchendach in den Bremer Flussniederungen klapperten die Weißstörche (Ciconia ciconia) und zogen ihre Jungen groß. Beeindruckend zu sehen, wie die großen Vögel ruhig und leicht dahinglitten, den Auftrieb der Luftströmung ausnutzten und punktgenau auf ihrem Nest landeten. Als Glücks- und Frühlingsbote, als Kinderbringer galt der Storch. Zu kaum einem anderen Tier hatten die Menschen eine ähnliche Verbundenheit entwickelt. Aber auch der Storch suchte und akzeptierte die Nähe der Menschen. Vor hundert Jahren gehörte die herbeigesehnte Ankunft des Storches im zu Ende gehenden Winter zum Alltag der Menschen in Norddeutschland. Was für ein Ereignis, den ersten Storch des Jahres zu Gesicht zu bekommen!
An manchen Orten in Osteuropa, vor allem in Polen, kann man noch ahnen, wie präsent der Storch einst auch bei uns gewesen sein muss. Der Bestand der Störche nahm aber mit der zunehmender Entwässerung von Feuchtgebieten in Westeuropa stetig ab.
Störche in Bremen
30 bis 40 Paare brüteten vor dem 2. Weltkrieg noch in Bremen. 1991 war kein einziges Brutpaar mehr übrig geblieben. Heute kann man dank Naturschutzmaßnahmen und Nisthilfen wieder Störche in Bremen beobachten. 4 Brutpaare hielten sich 2010 links der Weser in der Ochtumniederung auf. Der Bruterfolg war aber leider gering. Nur 2 Jungtiere wurden flügge. Dennoch hoffen die Vogelschützer vom BUND, dass in diesem Jahr im Spätsommer mehr Jungvögel ihren Weg nach Afrika antreten und auch, dass das rechte Weserufer, das Werderland und das Blockland wieder besiedelt werden. Nisthilfen und Nahrung gibt es jedenfalls ausreichend. Die Brutzeit beginnt Anfang April und endet Anfang August. Das Gelege mit 3-5 Eiern wird von beiden Partnern 32 bis 33 Tage bebrütet. Nach etwa 2 Monaten verlassen die Jungvögel das Nest.
Bei einer Fahrradtour die Brokhuchtinger Landstrasse oder die Stromer Landstrasse entlang können Sie mit etwas Glück einen Blick auf die auffälligen Vögel werfen: schwarz-weiß auf seinen roten Beinen und mit einem langen roten Schnabel im typischen Storchenschritt auf der Suche nach Nahrung. Regenwürmer, Insekten, Frösche, Mäuse und Fische stehen auf seinem Speisezettel. Ein Fernglas ist natürlich auch hier hilfreich und mit einem Fotoapparat gelingen Ihnen bestimmt ganz wunderbare Aufnahmen...



